Ehrlicher Rechner

Wechselrichter, nicht Modul

Darf ein Balkonkraftwerk 800 Watt einspeisen?

Zuletzt geprüft: 16. Oktober 2026

Balkonkraftwerk & Speicher Rechner, kostenlos, Preis 0 EUR. Die Web-Anwendung rechnet Ertrag, Eigenverbrauch, Speicherverluste und Amortisation im Browser. Eingespeister Strom zählt mit 0 Euro.

Ja, wenn es ein Steckersolargerät ist und die weiteren Voraussetzungen stimmen. 800 ist die Grenze des Wechselrichters, nicht der Module.

Was das Gesetz zählt

§ 8 Absatz 5a EEG nennt zwei Grenzen, die zusammen gelten: installierte Leistung insgesamt bis 2 Kilowatt und Wechselrichterleistung insgesamt bis 800 Voltampere. Das Gerät hängt hinter der Entnahmestelle eines Letztverbrauchers und ist der unentgeltlichen Abnahme zugeordnet. Zusätzliche Meldungen an den Netzbetreiber kann der Netzbetreiber für genau dieses Gerät nicht verlangen. Die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt.

Die Bundesnetzagentur setzt den Start auf den 16. Mai 2024, das Inkrafttreten des Solarpakets. Wer vorher in Betrieb gegangen ist, fällt nicht unter diese Sonderregeln. Mehrere Steckersolargeräte hinter derselben Entnahmestelle werden zusammengerechnet. Zwei Geräte mit je 600 VA sind zusammen 1.200 VA und damit über der Grenze.

800 VA am Typenschild, nicht in der App

Maßgeblich ist die höchste wählbare Leistung. Die Bundesnetzagentur nimmt ein Gerät mit 900 VA, das per Software auf 600 VA gestellt ist: Die Sonderregeln gelten nicht. Steht im Register der gedrosselte Wert, sind Register und, falls vorhanden, die Meldung an den Netzbetreiber zu korrigieren.

Dieselbe Linie steht in der Kurzinformation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, Stand März 2026: Es zählt das Typenschild oder das Einheitenzertifikat, nicht die Einstellung in der Software, egal wer sie vornimmt. Der VDE nennt für die Anmeldung die maximale Wechselrichter-Scheinleistung in VA, nicht die Modulleistung in Wattpeak.

Was 800 Wattpeak im Jahr bringen

800 VA am Wechselrichter und 800 Wattpeak an den Modulen sind zwei verschiedene Zahlen. Im Modell dieses Rechners, Süd, 950 kWh je kWp, minus 15 Prozent, erzeugt eine Anlage mit 800 Wp 646 kWh Gleichstrom im Jahr. Abregelung fällt dabei nicht an, weil die Module die 800-Watt-Linie kaum reißen. Davon werden 426 kWh direkt verbraucht, 220 kWh gehen ins Netz. Bei 35 Cent je kWh und 2.500 kWh Jahresverbrauch sind das 149 Euro. Die Modellkosten ohne Speicher liegen bei 356 Euro, die einfache Amortisation bei 2,4 Jahren.

Senkrecht an der Balkonbrüstung sinkt der Gleichstrom im selben Modell auf 465 kWh, die Ersparnis ohne Speicher auf 122 Euro. Ost-West, geteilt, landet bei 549 kWh und 141 Euro. Eingespeister Strom zählt mit 0 Euro, weil die vereinfachte Anmeldung die unentgeltliche Abnahme voraussetzt.

800 Wp ohne Speicher im Rechner öffnenWarum 2.000 Watt Module etwas anderes sindOb der Speicher bei 800 Wp dazukommt

Prüfen, ob 800 VA bei dir gelten

Drei Abgleiche mit Typenschild, Entnahmestelle und Register.

  1. Typenschild lesen. Notiere die höchste Wechselrichterleistung in VA und die Modulleistung in Watt. Eine niedrigere App-Einstellung ersetzt den höheren Wert nicht.

  2. Entnahmestelle zusammenzählen. Zähle jedes Steckersolargerät hinter demselben Zählpunkt dazu. Zusammen höchstens 800 VA und 2.000 Watt, sonst gelten die Sonderregeln nicht.

  3. Vergütung entscheiden. Die Vereinfachung setzt die unentgeltliche Abnahme voraus. Wer die Einspeisevergütung will, meldet zusätzlich beim Netzbetreiber.

  4. Ertrag nachrechnen. Öffne den Rechner mit 800 Wp, 800 W Wechselrichter und ohne Speicher und lies Ersparnis und Amortisation für deine Ausrichtung ab.

Stand: Oktober 2026

Quellen

  • § 8 EEG 2023, AnschlussAbsatz 5a: Steckersolargeräte bis 2 kW und 800 VA hinter der Entnahmestelle, unentgeltliche Abnahme, Anschluss ohne zusätzliche Meldung an den Netzbetreiber. MaStR-Pflichten bleiben. Abgerufen am 21.10.2026.
  • Bundesnetzagentur, FAQ Balkon-SolaranlagenSteckersolargerät nach § 3 Nr. 43 EEG, 2.000 Watt Module, 800 VA, höchste wählbare Leistung, unentgeltliche Abnahme, keine Netzbetreiber-Meldung für das Gerät selbst, Zähler nach § 10a EEG. Ein Abschnitt nennt den Stand 21.02.2025. Abgerufen am 21.10.2026.
  • BMWE, Kurzinformation zu Steckersolargeräten (PDF)Stand März 2026. 800 VA und 2.000 Watt, Schuko bis 960 Watt nach DIN VDE V 0126-95:2025-12, Speicher im Register und beim Netzbetreiber, keine Bundesförderung geplant, 0 Prozent Umsatzsteuer seit 2023. Abgerufen am 21.10.2026.
  • VDE FNN, Steckerfertige PV-Anlagen: Anschluss und AnmeldungSeite vom 03.03.2026. Haushaltsteckdose bis 800 VA und 960 Wp, Energiesteckvorrichtung bis 2.000 Wp, keine Mehrfachsteckdose, MaStR binnen eines Monats, Netzbetreiber nur bei Vergütung. Abgerufen am 21.10.2026.

Keine Rechtsberatung und keine Kaufempfehlung. Stand: Oktober 2026. Wiedergegeben ist nur, was die verlinkten Stellen schreiben. Im Zweifel gilt der Text dort, nicht diese Zusammenfassung.

Fragen

Sind 800 Watt und 800 VA dasselbe?

Im Gesetz steht 800 Voltampere Wechselrichterleistung. Das Wirtschaftsministerium schreibt, dass bei diesen Wechselrichtern Scheinleistung und Wirkleistung im Prinzip identisch sind. Die Modulgrenze daneben lautet 2.000 Watt, nicht 800 Watt.

Darf ich einen 900-VA-Wechselrichter auf 800 VA drosseln?

Für die Sonderregeln nein. Die Bundesnetzagentur und das Wirtschaftsministerium stellen auf die höchste wählbare Leistung ab. Eine Software-Drosselung senkt diesen Wert nicht.

Gilt die 800-VA-Grenze auch für den Speicher?

Die Sonderregeln in § 8 Absatz 5a EEG beschreiben das Steckersolargerät, also Module, Wechselrichter, Leitung und Stecker. Einen Speicher nennen sie nicht. Was für den Speicher gilt, steht auf der Seite zur Anmeldung beim Netzbetreiber.